Ratgeber

Vorsorgeuntersuchung beim Hund: wie oft

Einmal im Jahr, ab sieben zweimal. Warum der Abstand mit dem Alter kürzer wird und was ich beim jährlichen Termin eigentlich suche.

Dr. med. vet. Márcia Cavalcanti Überarbeitet am 9. September 2026 3 Minuten Lesezeit

Älterer Hund mit grauer Schnauze liegt auf einer Decke und schaut ruhig in die Kamera
Zwölf Monate sind für einen Hund je nach Größe vier bis sieben Menschenjahre. In dieser Zeit kann sich viel ändern.

Ein gesunder erwachsener Hund gehört einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, ab etwa sieben Jahren zweimal. Der Grund ist einfach: Ein Jahr Hundeleben entspricht mehreren Menschenjahren, und in dieser Zeit entwickelt sich eine Erkrankung von unauffällig bis behandlungsbedürftig, ohne dass Ihnen zu Hause etwas auffällt.

Wie oft, je nach Lebensphase

Lebensphase Rhythmus Worum es geht
Welpe bis 4 Monate alle 3 bis 4 Wochen Grundimmunisierung, Entwurmung, Entwicklung, Chip
Junghund bis 18 Monate 1 bis 2 mal Zahnwechsel, Gelenke, Kastrationsfrage
Erwachsener Hund einmal jährlich Allgemeinuntersuchung, Impfung, Zähne, Gewicht
Ab etwa 7 Jahren zweimal jährlich zusätzlich Blutbild, Urin, bei Bedarf Blutdruck
Ab etwa 10 Jahren zweimal, enger bei Befund Organwerte im Verlauf, Herz, Gelenke

Ab wann ein Hund als Senior gilt, hängt nicht am Kalender, sondern an der Größe: Riesenrassen ab etwa sechs Jahren, große ab sieben, kleine erst ab neun oder zehn. Bei Katzen liegt die Grenze bei etwa acht, und sie ist besonders wichtig, weil Katzen Beschwerden so lange verbergen.

Was ich dabei eigentlich suche

Die Untersuchung selbst geht von der Nase bis zur Schwanzspitze: Herz und Lunge abhören, Augen, Ohren, Maul und Zähne, Haut, Lymphknoten, Bauch abtasten, Gelenke, Gewicht. Was ich im Einzelnen anschaue, steht auf der Seite Impfung und Vorsorge.

Der eigentliche Wert steht aber in keiner Liste: der Vergleich mit dem letzten Jahr. Ein Herzgeräusch, das vorher nicht da war. Ein Kilo mehr. Ein Knoten, den ich beim letzten Mal nicht ertastet habe. Deshalb ist Vorsorge beim selben Tierarzt mehr wert als Vorsorge irgendwo.

Ab dem mittleren Alter reichen Hände und Stethoskop nicht mehr, weil die häufigsten Alterserkrankungen sich zuerst im Blut zeigen. Eine chronische Nierenerkrankung wird äußerlich erst auffällig, wenn ein erheblicher Teil des Nierengewebes schon verloren ist. Im Blut sieht man sie deutlich früher, und je früher sie auffällt, desto länger lässt sie sich gut begleiten. Ich werte die Proben in meinem Labor aus, der Befund liegt nach 10 Minuten vor, wir besprechen ihn also noch im selben Termin.

Dazu gehört die Urinuntersuchung, die gern vergessen wird. Bringen Sie den Morgenurin mit, falls Sie ihn auffangen können.

Welche Hunde ich früher anschaue

Bei ein paar Rassen lohnt es sich, nicht auf Symptome zu warten. Dobermann, Boxer und Irish Wolfhound haben ein erhöhtes Risiko für eine Erweiterung des Herzmuskels, beim Cavalier King Charles Spaniel ist es die Mitralklappe, bei Mops und Französischer Bulldogge sind es Atemwege und Augen. Bei Katzen sind Maine Coon und Ragdoll die Rassen, bei denen ich das Herz früher anhöre.

Das sind Wahrscheinlichkeiten, keine Diagnosen. Kein Dobermann bekommt zwangsläufig ein Herzproblem. Sein Herz wird nur früher und regelmäßiger angesehen.

Was Sie zu Hause im Blick behalten können

  • Trinkmenge und Harnabsatz, das früheste Zeichen für Nieren, Zucker und Schilddrüse
  • Gewicht, einmal im Monat, bei kleinen Tieren auf der Personenwaage mit und ohne Tier auf dem Arm
  • Fressverhalten: wählerisch geworden, langsamer, auf einer Seite kauend deutet meist auf die Zähne
  • Bewegung: Zögern vor dem Sprung ins Auto, langsameres Aufstehen, kürzere Runden
  • Knoten unter der Haut, beim Streicheln mit der flachen Hand ertastet

Was eine Vorsorgeuntersuchung kostet, hängt davon ab, was tatsächlich anfällt. Fragen Sie zu Beginn des Termins danach, dann bekommen Sie eine Einschätzung, bevor etwas gemacht wird. Wie die Abrechnung funktioniert, steht in meinem Beitrag zur Gebührenordnung.

Dr. med. vet. Márcia Cavalcanti
Mein Tipp als Tierärztin

Notieren Sie sich drei Dinge vor dem Termin

Was frisst Ihr Tier, wie viel trinkt es, und was hat sich seit dem letzten Jahr verändert. Diese drei Angaben bringen mir oft mehr als eine ganze Untersuchung, weil Sie Ihr Tier jeden Tag sehen und ich einmal im Jahr. Vermehrtes Trinken ist das beste Beispiel: eines der frühesten Zeichen für ein Nieren- oder Zuckerproblem, im Behandlungszimmer nicht zu erkennen, und zu Hause nur, wenn man kurz darauf achtet. Stellen Sie den Wassernapf einmal auf die Küchenwaage, bevor Sie kommen. Dann wissen wir beide mehr.

Dr. med. vet. Márcia Cavalcanti

Weiterlesen

Mehr aus dem Ratgeber

Hund schüttelt sich auf einer sonnigen Wiese, die Ohren fliegen dabei nach oben

Ohrenentzündung beim Hund: was jetzt hilft

Kopfschütteln ist keine Angewohnheit. Woran ich eine Ohrenentzündung erkenne, warum die Ursache wichtiger ist als das Medikament, und was ich von Hausmitteln halte.

Alle Beiträge ansehen

Termin

So vereinbaren Sie einen Termin

Jetzt Termin vereinbaren 06172 1388044

oder 06172 1389998
Montag bis Freitag, 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr
Kirdorfer Straße 14, Bad Homburg