Würmer beim Hund: Symptome erkennen
Die meisten Hunde mit Würmern sehen kerngesund aus. Welche Anzeichen trotzdem verraten, dass etwas nicht stimmt, und warum ich bei der Wurmkur oft zur Kotprobe rate.
Die häufigste Frage zuerst, mit der ehrlichen Antwort: Nein, man sieht es einem Hund in der Regel nicht an. Ein erwachsener, gut genährter Hund mit einem mittleren Wurmbefall wirkt völlig gesund, frisst normal und tobt normal. Wer darauf wartet, dass sein Hund Symptome zeigt, wartet in vielen Fällen vergeblich.
Die Anzeichen, die es trotzdem gibt
Wenn ein Wurmbefall auffällt, dann meist bei jungen, alten oder geschwächten Tieren. Darauf achte ich:
- Durchfall, manchmal schleimig oder mit Blutbeimengungen
- Erbrechen, im Extremfall mit sichtbaren Spulwürmern, die aussehen wie kurze Spaghetti
- Gewichtsverlust trotz normalem Appetit, weil die Würmer mitessen
- Ein aufgeblähter Bauch bei sonst schmalem Körper, das typische Bild beim Welpen
- Stumpfes Fell, blasses Zahnfleisch, weniger Ausdauer
- Bandwurmglieder am After, die an Reiskörner erinnern
Ein Punkt, den ich immer wieder geradeziehen muss: das Schlittenfahren, also das Rutschen auf dem Hinterteil. Es gilt im Netz als klassisches Wurmzeichen, dahinter können aber ganz verschiedene Ursachen stecken, Würmer und Analdrüsen sind nur zwei davon. Deshalb gehört es gründlich untersucht, und wer deswegen einfach zur Wurmkur greift, behandelt oft am Problem vorbei.
Kotprobe oder Wurmkur
Es gibt zwei Wege, und einer davon ist gar kein Nachweis.
Die Wurmkur weist nichts nach. Sie tötet die Würmer ab, die gerade da sind, und wirkt weder vorbeugend noch über den Tag hinaus. Am Tag nach der Wurmkur kann Ihr Hund sich neu infizieren. Das ist kein Argument gegen sie, räumt aber mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Eine Wurmkur im Frühjahr schützt nicht bis zum Herbst.
Die Kotuntersuchung weist Wurmeier nach und sagt Ihnen, womit Sie es zu tun haben. Ihr Haken ist, dass Würmer die Eier unregelmäßig ausscheiden: Eine einzelne Probe kann negativ sein, obwohl der Hund Würmer hat. Deshalb arbeite ich mit einer Sammelprobe über drei Tage, das erhöht die Trefferquote deutlich. Die Untersuchung mache ich in meinem Labor, das Ergebnis liegt am selben Tag vor.
Die Fachgesellschaft ESCCAP empfiehlt bei normalem Risiko mindestens vier Entwurmungen oder Untersuchungen pro Jahr. Beachten Sie das "oder": Vier Kotproben erfüllen dieselbe Empfehlung wie vier Wurmkuren. Wer seinem Hund nicht viermal im Jahr ein Medikament geben möchte, hat also einen fachlich gleichwertigen Weg.
Höheres Risiko haben Hunde, die Mäuse fangen, Aas aufnehmen, roh gefüttert werden oder engen Kontakt zu kleinen Kindern haben. Welpen sind ein eigenes Thema: Sie bekommen ab der zweiten Lebenswoche alle zwei Wochen eine Behandlung, weil Spulwurmlarven schon über die Muttermilch übertragen werden. Ein Welpe kann Würmer haben, bevor er das erste Mal draußen war.
Was gegen Würmer hilft, und was nicht
Wirksam sind entwurmende Medikamente, ausgewählt nach der Wurmart. Sie wirken innerhalb von Stunden und sind bei richtiger Dosierung gut verträglich.
Zu Kokosöl, Karottensaft und Kürbiskernen werde ich oft gefragt, und ich bleibe da unbequem: Es gibt keinen Wirksamkeitsnachweis. Ich habe im Labor Kotproben von Hunden gesehen, die monatelang "natürlich entwurmt" wurden und voller Spulwurmeier waren. Wer keine Medikamente geben will, hat mit der regelmäßigen Kotuntersuchung den sauberen Weg, nicht mit Kokosöl.
Zwei Dinge, die oft verwechselt werden
Giardien sind keine Würmer, sondern einzellige Darmparasiten, und keine Wurmkur wirkt gegen sie. Sie machen vor allem jungen Hunden zu schaffen: breiiger, hellgelber, übel riechender Durchfall, der wiederkommt, sobald man absetzt. Der Nachweis läuft über eine eigene Untersuchung, und die Behandlung ist zur Hälfte Hygiene. Ohne heiß gewaschene Decken und täglich gereinigte Näpfe steckt der Hund sich sofort wieder selbst an.
Und Flöhe gehören ins selbe Kapitel, auch wenn man sie hier nicht vermutet: Wer beim Putzen einen Floh verschluckt, fängt sich den Gurkenkernbandwurm ein. Ein Flohbefall ist deshalb immer auch ein Anlass, an den Bandwurm zu denken.
Was für Sie wichtig ist
Spulwurmeier können auch für Menschen gefährlich werden, betroffen sind fast nur kleine Kinder, die im Sandkasten spielen. Zwei Regeln decken das Wesentliche ab: Hände waschen nach dem Kontakt mit Hund und Garten, und Hundekot konsequent aufsammeln, auch im eigenen Garten.
Welcher Rhythmus für Ihren Hund passt, hängt davon ab, wie er lebt. Das ist eine Frage von fünf Minuten, und sie gehört zu jeder Vorsorgeuntersuchung ohnehin dazu.

Sammeln Sie über drei Tage, nicht an einem
Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Hund Würmer hat, bringen Sie mir keine einzelne Kotprobe, sondern eine Sammelprobe aus drei aufeinanderfolgenden Tagen. Der Grund steht oben: Würmer scheiden nicht jeden Tag Eier aus, und eine einzelne Probe kann deshalb sauber aussehen, obwohl der Darm voll ist. Drei Tage kosten Sie nichts außer etwas Geduld mit dem Sammelbehälter, und Sie bekommen dafür ein Ergebnis, auf das Sie sich verlassen können. Sagen Sie mir am Telefon, dass Sie eine Sammelprobe abgeben wollen, dann bekommen Sie das Röhrchen dafür vorab mit.
Dr. med. vet. Márcia Cavalcanti
Mehr aus dem Ratgeber
GOT beim Tierarzt: so entsteht die Rechnung
Warum eine Tierarztrechnung so aussieht, wie sie aussieht, und warum ich nicht einfach billiger sein darf, auch wenn ich es manchmal gern wäre.
Vorsorgeuntersuchung beim Hund: wie oft
Einmal im Jahr, ab sieben zweimal. Warum der Abstand mit dem Alter kürzer wird und was ich beim jährlichen Termin eigentlich suche.
So vereinbaren Sie einen Termin
oder 06172 1389998
Montag bis Freitag, 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr
Kirdorfer Straße 14, Bad Homburg